Sicherheitsgurt

Ein halbes Jahrhundert mehr Sicherheit – mit dem Dreipunktgurt

Den Dreipunktgurt hat vor 50 Jahren der Volvo-Ingenieur Nils Bohlin patentiert und seine Fahrzeuge damit serienmäßig ausgerüstet. Der Sicherheitsgurt gehört zu den passiven Rückhaltesystemen im Auto und gehört für das deutsche Patentamt zu einer der acht wichtigsten Erfindungen, denn ihm verdanken zahlreiche Passagiere ihr Leben. Trotzdem, halten es noch immer einige für überflüssig oder als lästig, sich anzuschnallen und fahren daher lieber unangeschnallt Auto. Tatsächlich verringert der Dreipunktgurt bei einer Kollision bis zu 60% die Verletzungsgefahr. Somit ist der Sicherheitsgurt nicht nur die älteste Schutzvorrichtung im Auto, sondern auch die wichtigste.

Dreipunktgurt

Viele leben im Glauben, sie könnten sich im innerstädtischen Verkehr bei einer Kollison, festhalten! Simulierte Unfallsituationen mit Dummys haben jedoch gezeigt, dass man schon bei geringen Geschwindigkeiten, wie 10 km/h, nicht mehr in der Lage ist, sich festzuhalten oder zu schützen. Es werden Kräfte freigesetzt, die einfach unterschätzt werden. Bei Geschwindigkeite von 30 km//h sind sogar tödliche Verletzungen möglich, wenn man unangeschnallt Auto fährt. Der Statistik zu Folge neigen besonders LKW-Fahrer dazu sich nicht anzuschnallen, 60% Prozent fahren unangeschnallt.

Bestandteile der neuartigen Gurtsysteme

Früher mussten die Gurte bei jedem Fahrer- oder Beifahrerwechsel neu angepasst, bzw. mühselig justiert werden. Heutzutage besitzen die modernen Gurtsysteme einen Gurtstraffer und einen Gurtkraftbegrenzer. Beim Aufprall oder einer Vollbremsung sorgen die Gurtstraffer dafür, dass der Sicherheitsgurt enger an den Körper gezogen wird und halten so den Passagier zurück. Der Gurtkraftbegrenzer dient dazu, dass der Gurt unmittelbar nach dem Aufprall wieder etwas nachgibt. Dadurch werden die Autoinsassen sanfter vom Airbag aufgefangen. Am besten schützt der Gurt bei Frontalkollisionen, aber auch bei Überschlagsunfällen, da nicht angeschnalte Personen leichter aus dem Fahrzeug geschleudert werden können. Bei seitlichen Auffahrunfällen ist die Wirkung des Dreipunktgurtes eher gering, da er den Oberkörper nicht optimal in der Position im Sitz halten kann. Seine Rückhaltefunktion ist in diesem Fall nur beschränkt möglich.

Druch die moderne Pre-Crash-Sensorik, die allerdings noch ziemlich neu ist und daher auch nicht so verbreitet, wird die Rückhaltefunktion des Sicherheitsgurtes bei Unfalldrohung verbessert. Der im Fahrzeug integrierte Radar überwacht den Abstand des Fahrzeugs zum davor fahrenden Auto oder Hinderniss. Unmittelbar vor einem Zusammenstoß setzt das Kontrollsystem entsprechende vorbeugende Maßnahmen in Gang.

dreipunktgurt2Der Sicherheitsgurt entfaltet in Kombination mit dem Airbagsystem seine optimale Wirkung. Denn durch die Airbags werden die Knautschzonen und die Fahrgastzelle zusätzlich geschützt. Es ist besonders wichtig alle einzelnen Sicherheitsvorrichtungen richtig einzustellen und abzustimmen, dazu gehören sowohl die Kopstützen, als auch der optimal eingestellte Sitz. Denn nur so können die Sicherheitsvorrichtungen den Insassen einen optimalen Schutz garantieren.

Kindersicherung – Kinder richtig anschnallen

Oft werden Kinder im Auto nicht angeschnallt, da die Eltern meinen „die Strecke ist kurz und da passiert schon nichts“ oder Kinder weigern sich anzuschnallen. 60% der Kinder werden falsch gesichert. Bei den älteren Kindern kommt es sehr oft vor, dass der Gurt verdreht angelegt wird, bei kleineren Kindern liegt der Gurt meist zu hoch oder der Schultergurt verläuft unter dem Arm. Eltern schätzen die Gefahren und Folgen einfach nicht richtig ein. Das moderne Befestigungssystem, Isofix soll nun die richige Befestigung der Kindersitze im Fahrzeug erleichtern und Fehlbedienungen ausschließen.

Gurt-Systeme für Schwangere

Viele Frauen haben während der Schwangerschaft Angst sich anzuschnallen, da sie befürchten, dass bei einem Unfall durch den Druck auf den Bauchbereich, das Ungeborene verletzen werden könnte. Es gibt mittlerweile spezielle Gurtsysteme auch für Schwangere, sogenannte Gurt-Adapter. In Kombination mit einem Sitzkissen, halten diese Adapter den Sicherheitsgurt an der richtigen Stelle, verhindern das Verrutschen und machen das Tragen des Gurtes angenehmer, während der Autofahrt.

Anschnall-Pflicht für Hunde

Nicht nur wir Menschen müssen uns anschnallen, das Gurtenobligatorium wurde auch für Vierbeiner eingeführt. Jeder Hundebesiter ist verpflichtet, seinen Hund anzuschnallen oder eine andere, dem Tier angepasste, Transportmöglichkeit zu verwenden. Für Hunde gibt es dafür spezielle Sicherungsgurte.